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Tagestour · Val Ferret

Bivouac du Dolent 2667 m — sehr steiler Weg ab La Fouly und eine orange Kapsel über dem Gletscher

Der Frühherbst ist die beste Zeit, um von La Fouly zum Bivouac du Dolent aufzusteigen. Der Zugang gehört zu den steilsten, die ich in dieser Gegend kenne — über tausend Höhenmeter auf kaum drei Kilometern — doch die Belohnung lohnt: eine orange CAS-Kapsel über dem Dolentgletscher, direkt unter der Nordwand des Mont Dolent. Diesmal ohne Übernachtung, einfach ein Tag im Licht und in den Herbstfarben.

Sehr steiler Anstieg ab La Fouly

Start in La Fouly (1593 m), dann die Brücke über die Dranse de Ferret und ein steiler Weg am Waldrand entlang. Die ersten Meter machen Eindruck: Der Aufstieg überwindet über tausend Höhenmeter auf weniger als drei Kilometern, an mehreren Stellen mit Ketten gesichert. Sicheres Gehen und gesunde Knie sind Voraussetzung.

Weiter oben kreuzt der Pfad die Matten von Sur la Li, schon teilweise goldgelb und noch nach Spätsommer duftend. Dahinter folgen weitere Bachübertritte und ein direkter, immer schärferer und offenerer Anstieg.

Den Abschluss bildet ein fast flacher, aber eindrücklicher Moränengrat, der direkt zum Biwak führt. Das Tal bleibt weit unten, und von oben öffnet sich ein Panorama über das gesamte Val Ferret.

Herbstliche Lärchen und Nebel über den steilen Hängen des Val Ferret
Bunte Herbsthänge über dem Tal bei La Fouly
Steiles Felsgehänge mit Bächen und einem besonnten Wandabschnitt

Routenkarte — La Fouly → Sur la Li → Bivouac du Dolent-La Maye CAS 2667 m

Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.

In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.

100015002000250030001593 mLa Fouly2210 mSur la Li2667 mBivouac du Dolent-La Maye CAS
Höhenprofil der Route — 1074 m Höhendifferenz.

Bivouac du Dolent — eine orange Kapsel über dem Gletscher

Der Bivouac du Dolent-La Maye CAS (2667 m) sieht aus wie eine grosse orange Kapsel am Ende eines Moränengrats. Ein zwölfplätziges Obdach ohne Bewirtung, ganzjährig offen, mit Blick direkt auf den Dolentgletscher und die Nordwand des Mont Dolent.

An diesem Tag war er völlig leer — nur ich, das Rauschen des Gletschers und ein aussergewöhnliches Licht. Solche Biwaks gehören zu den spannendsten Orten, die ich im Val Ferret kenne: rau, minimalistisch und ganz der Landschaft ausgesetzt.

Orange Biwak am Ende des Moränengrats mit Panoramablick auf Felsgipfel
Bivouac du Dolent vor den Felsgipfeln des Val Ferret
Besonnte Gletscherzunge vor dunklem Grat, in Schwarzweiss
Scharfe Felstürme im Nebel über dem Val Ferret, in Schwarzweiss

Frühherbst und Steinböcke über dem Val Ferret

Der Frühherbst zeigt das Val Ferret von seiner schönsten Seite: gelbe und orange Matten, dunkle Lärchen, Nebel im Tal und das leise Rauschen des Gletschers. Von oben wirkt Mont Dolent wie der Rand der Welt.

Beim Biwak begegnete mir ein Steinbock — völlig gelassen, erkundete er das Gelände vor der Kapsel. Das war zweifellos die schönste Begegnung des Tages: ein wildes Tier so nah am Ende dieses sehr steilen Weges.

Steinbock beim Biwak, die orange CAS-Kapsel im unscharfen Hintergrund
Herbsthänge mit einer Hütte weit unten, dunkle Felswand im Vordergrund
Panorama des Tals über dem Val Ferret von weiten Herbsthängen