Hüttentour · Zinal / Val d'Anniviers
Cabane de Tracuit — Sonnenuntergang und Sonnenaufgang mit einer Hüttennacht
Das ist eine der besten Touren, die ich in den Alpen kenne — und das sage ich nach vielen Jahren mit der Kamera. Die Cabane de Tracuit steht auf 3256 m direkt gegenüber vom Zinalrothorn. Man schläft dort, wo andere nur tagsüber vorbeikommen, und bekommt zweimal das beste Licht: den Sonnenuntergang über dem Val d'Anniviers und den Sonnenaufgang, wenn die Viertausenderwände rot aufglühen. Die Verhältnisse sind oft grandios — Lenticularis über den Gipfeln, Nebelmeer im Tal, absolute Stille.

Aufstieg von Zinal — Schritt für Schritt
Start in Zinal (1675 m) am Ende des Val d'Anniviers. Der Weg führt zuerst durch Wald und Alpweiden, dann in die Combe des Barmes (ca. 2560 m) — eine lange, gleichmässige Querung unter den Wänden.
Weiter oben wird es steinig: Rinnen, an einigen Stellen Leitern und Ketten, danach die weite Terrasse unter dem Col de Milon (ca. 3000 m). Das ist der anspruchsvollste Abschnitt, technisch aber immer noch Bergweg und keine Kletterei.
Die letzten 250 Höhenmeter führen über den Rücken direkt zur Hütte (3256 m). Insgesamt rund 1580 Höhenmeter, 4,5–5,5 Stunden in normalem Tempo. Ein Start am Nachmittag lohnt sich: man kommt zum Abendessen an und hat gleich den Sonnenuntergang.


Streckenkarte und Höhenpunkte
Klicken Sie eine Station auf der Karte, im Höhenprofil oder in der Liste an — die anderen Ansichten heben denselben Punkt hervor.
In die Karte klicken, um das Zoomen mit dem Mausrad zu aktivieren.
Sonnenuntergang — das erste grosse Licht
Den Sonnenuntergang erlebt man wenige Schritte vor der Hüttentür. Die Sonne verschwindet hinter den Kämmen über Zinal, während der Zinalrothorn (4221 m) noch lange leuchtet, wenn das Tal längst blau ist.
Bei Südwind stehen Lenticularis-Wolken über den Gipfeln — wie gemeisselt. Der beste Moment für Schwarzweiss: nur Form, Licht und sonst nichts.



Nacht und Sonnenaufgang
Nachts lohnt sich der Schritt nach draussen. Auf 3256 m gibt es keine Stadtlichter, und der Zinalrothorn steht im Mondlicht wie aus der Dunkelheit geschnitten. Stirnlampe, warme Jacke und Stativ mitnehmen — die Temperatur fällt auch im August unter null.
Der Sonnenaufgang ist der eigentliche Lohn. Die ersten Strahlen treffen Zinalrothorn viele Minuten bevor es weiter unten hell wird. Rot geht in Gold über, nach zwanzig Minuten ist alles wieder gewöhnlich — deshalb muss man vorher am Platz stehen.
Nach dem Frühstück Abstieg auf demselben Weg nach Zinal (3–4 Stunden) oder, für Trainierte, mit Bergführer auf den Zinalrothorn — einer der schönsten Viertausender der Region.




